Leistung · Bauphasen
Mobilität in Bauphasen: Fuss- und Veloverkehr sicher durch Zwischenzustände führen
Grosse Areale entstehen über viele Jahre. In dieser Zeit sind Bauphasen nicht die Ausnahme, sondern Alltag: Wege fallen weg, Zugänge verschieben sich, Baustellenverkehr kreuzt Schulwege. STADTSINN analysiert solche Zwischenzustände und zeigt, wie Wege auch während der Bauzeit sicher, lesbar und alltagstauglich bleiben.
- Umleitungen
- Provisorien
- Zugänglichkeit
- Baustellenverkehr
- Schulwege
Was?
Was bedeutet Mobilität in Bauphasen?
Bei Arealentwicklungen fliesst viel Energie in den Zielzustand: das fertige Quartier, die neuen Plätze, das Wegenetz. Zwischen dem heutigen Zustand und diesem Zielbild liegen jedoch oft fünf, zehn oder mehr Jahre – mit wechselnden Baufeldern, provisorischen Wegen und bereits bewohnten Gebäuden in einer noch unfertigen Umgebung.
Für den Fuss- und Veloverkehr sind diese Zwischenzustände besonders heikel. Zu Fuss Gehende und Velofahrende reagieren empfindlich auf Umwege, Engstellen und unklare Führungen. Eine Umleitung, die auf dem Plan funktioniert, kann im Alltag unsicher, unverständlich oder schlicht zu lang sein. Mehrjährige Provisorien werden zum tatsächlichen Quartierszustand.
Die Leistung setzt deshalb vor der technischen Baustellenplanung an: Sie klärt, welche Verbindungen und Zugänge in welcher Phase gesichert werden müssen und welche Qualität temporäre Lösungen mindestens erreichen sollen. Grundlage ist die Methodik aus der Arbeit zu Weyermannshaus West in Bern.
Wieso?
Wieso Zwischenzustände Aufmerksamkeit brauchen
In grossen Arealentwicklungen wohnen und arbeiten Menschen oft schon jahrelang auf oder neben der Baustelle. Für sie ist der Zwischenzustand der Alltag. Fallen Wege weg oder werden sie unsicher, sinkt die Akzeptanz des Projekts – und Gewohnheiten verschieben sich, etwa vom Velo zurück ins Auto.
Viele Probleme lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden, wenn sie früh erkannt werden: eine Verbindung, die in der Etappierung erhalten bleibt, ein Gebäudeumfeld, das mit dem Bezug fertig ist, eine Zufahrt, die sichtbar organisiert wird. Später sind die Spielräume deutlich kleiner.
- Die Akzeptanz des Projekts bei Anwohnenden und Nutzenden bleibt erhalten.
- Kinder, ältere Menschen und Velofahrende sind auch während der Bauzeit sicher unterwegs.
- Temporäre Lösungen bereiten das Zielbild vor, statt ihm zu widersprechen.
Wozu?
Mögliche Ziele der Planung von Zwischenzuständen
Netzfunktionen sichern
Wichtige Fuss- und Veloverbindungen in jeder Bauphase erhalten oder durch tatsächlich gleichwertige Ersatzführungen ersetzen.
Sicherheit gewährleisten
Konflikte mit Baustellenverkehr, Engstellen und Sichtbehinderungen früh erkennen und als Planungsaufgabe benennen.
Orientierung erhalten
Provisorien so führen, dass sie ohne lange Erklärung verständlich sind – mit klaren Kanten und sichtbaren Zielpunkten.
Genutzte Gebäude anbinden
Zugänge, Vorzonen und Veloabstellplätze bereitstellen, sobald Gebäude bezogen werden – nicht erst nach Abschluss der Bauarbeiten.
Dauer berücksichtigen
Mehrjährige Provisorien so ausbilden, dass Belag, Breite, Beleuchtung und Pflege dem Alltag standhalten.
Zielbild vorbereiten
Temporäre Lösungen an der späteren Netzlogik ausrichten, statt ihr zu widersprechen.
Wofür?
Wofür lässt sich die Analyse nutzen?
- für Etappierungskonzepte grosser Arealentwicklungen und Entwicklungsschwerpunkte
- in Wettbewerbs- und Planungsverfahren, in denen die Realisierungsphasen mitgedacht werden sollen
- als Ergänzung zu Baustellenlogistik- und Verkehrskonzepten aus Sicht des Fuss- und Veloverkehrs
- bei Sanierungen von Strassen, Plätzen und Ortsdurchfahrten mit längeren Bauzeiten
- zur Sicherung von Schulwegen und Zugängen während der Bauarbeiten
- als Grundlage für die Kommunikation mit Anwohnenden und Nutzenden über temporäre Wegführungen
- Etappierung
- Arealentwicklung
- Wettbewerbe
- Strassensanierung
- Kommunikation
Was finde ich heraus?
Was man mit der Analyse der Bauphasen herausfinden kann – und was nicht
Nicht die bautechnische Machbarkeit steht im Vordergrund, sondern die Frage, ob ein Zwischenzustand im Alltag funktioniert. Die technischen Nachweise folgen in späteren Planungsschritten.
Das finden Sie heraus
- welche Verbindungen in welcher Bauphase wegfallen und wie gross die Umwegwirkung ist
- wo sich Baustellenverkehr und Alltagsverkehr überlagern
- welche Zugänge zu bereits genutzten Gebäuden gesichert sein müssen
- wie Ersatzrouten bei Sicherheit, Lesbarkeit, Attraktivität und Zielanschluss abschneiden
- welche Situationen kritisch, eingeschränkt tragfähig oder tragfähig sind
- welche Massnahmenprinzipien in Etappierung und Logistik berücksichtigt werden sollten
Das zeigt sie nicht
- keine detaillierte Baustellen- oder Signalisationsplanung
- keine Bemessung von Schleppkurven, Breiten oder Sichtweiten nach Norm
- keine Planung von Lichtsignalanlagen oder Verkehrsdienst
- keine Bauablauf- oder Logistikplanung des Bauunternehmens
- keinen Ersatz für Bewilligungen der zuständigen Behörden
Diese Nachweise erbringen später die zuständigen Fachplanenden. Die Analyse sorgt dafür, dass Fuss- und Veloverkehr dort von Anfang an als eigenständige Anforderung auf dem Tisch liegen.
Prüflogik
Fünf Fragen für jeden Zwischenzustand
01 · Netz
Welche Verbindung ist betroffen?
Welche bestehende oder künftige Netzfunktion muss erhalten bleiben – und ist die Ersatzroute wirklich gleichwertig?
02 · Nutzung
Was wird bereits genutzt?
Welche Gebäude, Freiräume oder Angebote sind in Betrieb, und welche Teilräume müssen dafür gleichzeitig funktionieren?
03 · Baustelle
Wo entstehen Schnittstellen?
Wo kreuzen Baustellenzufahrten oder Materiallogistik Fuss- und Velobeziehungen, und welche Sicherheitsräume braucht es?
04 · Lesbarkeit
Ist die Führung verständlich?
Sind Entscheidungspunkte klar, und passen Signalisation, Markierung und räumliche Führung zusammen?
05 · Dauer
Wie lange besteht der Zustand?
Je länger eine Phase dauert, desto robuster müssen Belag, Breite, Beleuchtung und Pflege sein.
Wie?
Von der Etappierung zu Massnahmenprinzipien
1
Bestand und Zielbild
Heutige Wege, die planerische Soll-Qualität und das künftige Zielnetz werden erfasst und überlagert.
2
Schlüsselstände wählen
Statt jede Bauphase zu rekonstruieren, werden die Zustände ausgewählt, in denen sich die Bedingungen grundlegend ändern.
3
Qualitativ bewerten
Schwerpunkte werden nach Sicherheit, Lesbarkeit, Attraktivität und Zielanschluss beurteilt – Sicherheit gilt als Mindestanforderung.
4
Prinzipien ableiten
Aus Konflikttypen entstehen Massnahmenprinzipien für Etappierung, Logistik und Freiraumplanung.
Was erhalte ich?
Was Sie erhalten
- Überlagerungskarten von Bestand, Soll-Referenz und Zielnetz
- eine Auswahl und Beschreibung der massgebenden Schlüsselstände
- Steckbriefe der räumlichen Schwerpunkte mit Bewertung
- eine Auswertung der Umwegwirkung von Ersatzrouten
- Massnahmenprinzipien für Etappierung, Logistik und Freiraumplanung
- eine Prüfliste, die in späteren Bauphasen weiterverwendet werden kann
Weiter nutzen
Wie die Ergebnisse weiter genutzt werden
Die Ergebnisse begleiten das Projekt über die ganze Bauzeit:
- als Anforderungen in Etappierungsplan und Ausschreibung der Bauarbeiten
- als Grundlage für die technische Baustellen- und Signalisationsplanung der Fachplanenden
- als Prüfliste, die vor jeder neuen Bauphase wieder angewendet werden kann
- für Pläne und Informationen, mit denen Anwohnende über temporäre Wege informiert werden
- als Grundlage für Gespräche mit Bewilligungsbehörden und Gemeinde
- Richtplan
- Wettbewerb
- Gemeinderat
- Mitwirkung
- Monitoring
Nächste Schritte
Was nach der Analyse folgt
Die Analyse der Zwischenzustände setzt früh an und begleitet die Umsetzung:
1
Analyse der Zwischenzustände
Schlüsselstände, Konflikte und Handlungsbedarf sind bewertet.
2
Massnahmenprinzipien in der Etappierung
Verbindungen, Gebäudeumfelder und Zufahrten werden in Etappierung und Logistik verankert.
3
Technische Planung
Fachplanende bemessen Breiten, Sichtweiten, Schleppkurven und Signalisation.
4
Begleitung je Bauphase
Vor jeder Phase wird mit der Prüfliste kontrolliert, ob die Wege funktionieren. Grundlagen liefern Mobilitätsanalyse und GIS und Kartografie.

Projektbeispiel · Bern
Weyermannshaus West: Fuss- und Veloverkehr in baulichen Zwischenzuständen
68’000 m²Untersuchungsraum
3räumliche Schwerpunkte
4Bewertungskriterien
Netzunterbruch, Gebäudezugang im unfertigen Umfeld und Baustellenzufahrt im Alltagsraum: drei Situationen, drei unterschiedliche planerische Aufgaben.
FAQ
Häufige Fragen zur Mobilität in Bauphasen
Wann sollte die Mobilität in Bauphasen geplant werden?
So früh wie möglich – idealerweise zusammen mit der Etappierung und nicht erst bei der Baustelleninstallation. Wenn die Bauabfolge feststeht, sind viele gute Lösungen bereits verbaut.
Ist das nicht Aufgabe des Bauunternehmens?
Die Baustellenlogistik ja. Welche Wege und Zugänge für das Quartier erhalten bleiben müssen und welche Qualität sie haben sollen, ist aber eine planerische Frage. Sie gehört in die Hände der Bauherrschaft und der Behörden – und sollte als Anforderung in die Ausschreibung einfliessen.
Funktioniert die Methode auch bei kleineren Baustellen?
Ja. Die fünf Prüffragen lassen sich auch auf Strassensanierungen, einzelne Baufelder oder Ortsdurchfahrten anwenden – mit entsprechend kleinerem Aufwand.
Wer profitiert von der Analyse?
Bauherrschaften und Gemeinden erhalten eine nachvollziehbare Grundlage für Etappierung und Ausschreibung. Anwohnende, Schulkinder und Nutzende profitieren von sicheren und verständlichen Wegen während der ganzen Bauzeit.
Zusammenarbeit
Kontakt
Für Analysen, Konzeptbausteine und planerische Unterstützung bin ich in der Region Bern und schweizweit verfügbar.