Leistung · Mobilität
Mobilitätsanalyse und Mobilitätskonzept für Quartiere, Areale und Gemeinden in der Region Bern
Eine Mobilitätsanalyse zeigt, wie gut ein Ort zu Fuss, mit dem Velo, mit dem ÖV und mit dem Auto erreichbar ist – und wo Wege unterbrochen, unsicher oder unattraktiv sind. Daraus entsteht ein Mobilitätskonzept mit klaren Prioritäten für die weitere Planung.
- Fussverkehr
- Veloverkehr
- ÖV-Erschliessung
- Querungen
- Erreichbarkeit
Was?
Was ist eine Mobilitätsanalyse?
Eine Mobilitätsanalyse untersucht ein Gebiet systematisch aus Sicht der Menschen, die sich darin bewegen. Im Zentrum stehen einfache, aber entscheidende Fragen: Welche Ziele sind im Alltag wichtig – Haltestelle, Schule, Einkauf, Arbeitsplatz, Freiraum? Auf welchen Wegen werden sie erreicht? Wo fehlen Verbindungen, wo entstehen Umwege, Konflikte oder Barrieren?
Betrachtet werden alle Verkehrsarten: Fussverkehr, Veloverkehr, öffentlicher Verkehr (ÖV) und motorisierter Individualverkehr (MIV). Der Schwerpunkt von STADTSINN liegt auf dem Fuss- und Veloverkehr und seiner Verknüpfung mit dem ÖV – also auf den Verkehrsarten, die bei der Siedlungsentwicklung nach innen besonders an Bedeutung gewinnen.
Aus der Analyse lässt sich ein Mobilitätskonzept ableiten: eine räumlich verortete Strategie mit Netzlogik, Prioritäten und Massnahmenrichtungen. Es dient als Grundlage für kommunale Richtpläne, Überbauungsordnungen, Arealentwicklungen und Gestaltungskonzepte – oder für die Diskussion mit Behörden, Kommissionen und Bevölkerung.
Wieso?
Wieso eine Mobilitätsanalyse sinnvoll ist
Viele Mobilitätsprobleme entstehen nicht durch fehlende Strassen, sondern durch fehlende Zusammenhänge: Ein Weg endet an einer Bahnlinie, eine Haltestelle ist nur über einen Umweg erreichbar, eine Querung fühlt sich unsicher an. Solche Defizite sind im Alltag deutlich spürbar, auf dem Plan aber oft unsichtbar.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Quartiere werden verdichtet, Areale werden autoarm geplant, Kantone und Gemeinden planen ihre Fuss- und Velonetze neu. Wer früh weiss, wo die Schwachstellen liegen, kann Massnahmen gezielt einsetzen – statt später teuer nachzubessern.
- Nur wenn Wege funktionieren, werden ÖV, Velo und Fussverkehr tatsächlich genutzt – sie sind die Grundlage jeder autoarmen Entwicklung.
- Defizite lassen sich vor einem Projekt mit wenig Aufwand beheben, danach nur mit grossem.
- Eine unabhängige Analyse versachlicht Diskussionen zwischen Gemeinde, Bauherrschaft und Quartier.
Wozu?
Mögliche Ziele einer Mobilitätsanalyse
Kurze, direkte Wege
Alltagsziele sollen zu Fuss und mit dem Velo auf direkten und zusammenhängenden Verbindungen erreichbar sein.
Sicherheit erhöhen
Konfliktstellen, unübersichtliche Querungen und Engstellen erkennen, einordnen und nach Dringlichkeit priorisieren.
ÖV besser anbinden
Wege zu Haltestellen und Bahnhöfen verkürzen und Umsteigepunkte zwischen Velo, Fussverkehr und ÖV attraktiver machen.
Wege für alle
Verbindungen für Kinder, ältere Menschen und Personen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl durchgängig nutzbar machen.
Areale mitdenken
Erschliessung, Parkierung und Veloabstellplätze neuer Überbauungen frühzeitig auf eine autoarme Nutzung ausrichten.
Entscheide begründen
Prioritäten nachvollziehbar herleiten, damit Gemeinden, Bauherrschaften und Bevölkerung Massnahmen verstehen und mittragen.
Wofür?
Wofür lässt sich eine Mobilitätsanalyse nutzen?
- als Grundlage für kommunale Richtpläne Verkehr, Fuss- und Velonetzplanungen und Ortsplanungsrevisionen
- zur Vorbereitung von Arealentwicklungen, Überbauungsordnungen (UeO), Testplanungen und Wettbewerben
- für Mobilitätskonzepte von Wohn- und Gewerbeüberbauungen, zum Beispiel bei einer reduzierten Zahl an Parkplätzen
- zur Beurteilung von Schulwegen und der Erreichbarkeit von Quartierzentren
- zur Prüfung von Haltestellenzugängen und Umsteigebeziehungen
- als verständliche Grundlage für Mitwirkungsverfahren und Gespräche mit Behörden
- Gemeinden
- Planungsbüros
- Projektentwicklungen
- Bauherrschaften
- Genossenschaften
Was finde ich heraus?
Was man mit der Mobilitätsanalyse herausfinden kann – und was nicht
Eine gute Analyse ist ehrlich in ihren Aussagen. Sie macht räumliche Zusammenhänge sichtbar und schafft eine belastbare Grundlage für Entscheide – sie ersetzt aber nicht jede technische Untersuchung.
Das finden Sie heraus
- wie zusammenhängend das Fuss- und Velonetz ist und wo Netzlücken bestehen
- Umwege, Barrieren und Trennwirkungen durch Strassen, Bahnlinien oder grosse Parzellen
- Konfliktstellen zwischen Verkehrsarten, etwa an Querungen, Einmündungen und Zufahrten
- die Erreichbarkeit wichtiger Ziele in Geh- und Velodistanzen
- die Qualität von Haltestellenzugängen und die ÖV-Erschliessung, zum Beispiel anhand der ÖV-Güteklassen
- wo der Handlungsbedarf am grössten ist und welche Massnahmen Priorität haben sollten
Das zeigt sie nicht
- keine Verkehrsmodellierung und keine Prognose von Verkehrsmengen
- keine eigenen Verkehrszählungen, sofern nicht separat vereinbart
- kein formelles Verkehrssicherheitsaudit und keine statistische Unfallanalyse
- keine Lärm- oder Luftschadstoffgutachten
- keine Bauprojekt- oder Ausführungsplanung mit Kostenvoranschlag
- keine rechtliche Beurteilung von Bewilligungsfragen
Wo solche Grundlagen nötig sind, benenne ich das frühzeitig. Sie können dann von spezialisierten Ingenieur- oder Fachbüros ergänzt werden – die Mobilitätsanalyse liefert dafür die räumliche Fragestellung.
Wie?
In vier Schritten zum Mobilitätskonzept
1
Fragestellung klären
Gemeinsam wird festgelegt, welche Fragen beantwortet werden sollen, welches Gebiet betrachtet wird und welche Grundlagen bereits vorliegen.
2
Bestand erfassen
Pläne, Geodaten und Netzgrundlagen werden ausgewertet und durch Begehungen ergänzt: Wege, Querungen, Sichtbeziehungen, Barrieren und Aufenthaltsqualität.
3
Analysieren und bewerten
Netzlücken, Konflikte und Potenziale werden kartiert und nach Kriterien wie Sicherheit, Direktheit, Lesbarkeit und Komfort bewertet.
4
Konzept ableiten
Aus den Befunden entstehen Zielnetz, Prioritäten und Massnahmenrichtungen – aufbereitet in Karten und einem kompakten Bericht.
Was erhalte ich?
Was Sie erhalten
- Analysekarten zu Netz, Erreichbarkeit, Konflikten und Potenzialen
- eine Synthese mit den wichtigsten Befunden auf einen Blick
- ein Zielnetz beziehungsweise eine Netzlogik für Fuss- und Veloverkehr
- priorisierte Massnahmenrichtungen mit räumlicher Verortung
- einen verständlichen Bericht, der sich für Gemeinderat, Kommissionen oder Mitwirkung eignet
- auf Wunsch Präsentationsunterlagen für Workshops und Sitzungen
Umfang und Tiefe richten sich nach der Fragestellung: von einer kompakten Kurzanalyse für ein einzelnes Areal bis zur vertieften Untersuchung eines ganzen Quartiers oder Ortsteils.
Weiter nutzen
Wie die Ergebnisse weiter genutzt werden
Eine Mobilitätsanalyse ist kein Bericht für die Schublade. Ihre Karten und Prioritäten lassen sich direkt in die nächsten Planungsschritte übernehmen:
- als Grundlage für einen kommunalen Richtplan Verkehr oder eine Fuss- und Velonetzplanung
- für das Mobilitätskonzept, das Wettbewerbsprogramm oder die Überbauungsordnung einer Arealentwicklung
- zur Aufnahme priorisierter Massnahmen in die Investitions- und Budgetplanung der Gemeinde
- zur Begründung von Massnahmen gegenüber Gemeinderat, Kanton oder Bevölkerung
- als Vergleichsbasis, um nach der Umsetzung die Wirkung von Massnahmen zu überprüfen
- Richtplan
- Wettbewerb
- Gemeinderat
- Mitwirkung
- Monitoring
Nächste Schritte
Was nach der Mobilitätsanalyse folgt
Die Analyse ist meist der erste Schritt einer Kette. Je nach Fragestellung folgen darauf diese Schritte:
1
Mobilitätsanalyse
Bestand verstehen: Netz, Erreichbarkeit, Konflikte und Potenziale sind bekannt und priorisiert.
2
Mobilitätskonzept
Zielnetz, Prioritäten und Massnahmenrichtungen werden festgelegt – für ein Quartier, ein Areal oder die ganze Gemeinde.
3
Planung und Projekte
Die Inhalte fliessen in Richtplan, Überbauungsordnung oder Vorprojekte ein. Bei Arealen hilft ein Entwicklungskonzept (Arealentwicklung).
4
Umsetzung und Überprüfung
Massnahmen werden gebaut und ihre Wirkung überprüft. Während der Bauzeit sorgt die Planung der Mobilität in Bauphasen für funktionierende Wege.
Rahmen
Mobilität und Raumplanung in der Schweiz und im Kanton Bern
Mobilitätsfragen sind eng mit der Raumplanung verknüpft. Das Raumplanungsgesetz verlangt eine Siedlungsentwicklung nach innen: Wo Quartiere verdichtet und Areale umgenutzt werden, müssen Wege kurz, sicher und attraktiv sein – sonst wird zusätzlicher Verkehr vor allem mit dem Auto abgewickelt.
Für den Fussverkehr verpflichtet das Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege die Kantone seit Langem zur Planung von Fusswegnetzen. Mit dem Bundesgesetz über Velowege sind sie zudem gefordert, zusammenhängende und sichere Velowegnetze zu planen. Im Kanton Bern bilden der kantonale Richtplan, die regionalen Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzepte (RGSK) und die kommunale Ortsplanung den Rahmen, in den sich eine Mobilitätsanalyse einordnet.
Eine Mobilitätsanalyse übersetzt diese übergeordneten Ziele auf den konkreten Ort: Sie zeigt, was sie für ein bestimmtes Quartier, Areal oder Ortszentrum bedeuten – und wo man ansetzen sollte.

Projektbeispiel · Bern
Fuss- und Veloverkehr in baulichen Zwischenzuständen
Wie bleiben Fuss- und Veloverbindungen während einer jahrelangen Arealentwicklung sicher, lesbar und alltagstauglich? Die Analyse in Weyermannshaus West zeigt, wie Netzunterbrüche, Umwege und Konflikte mit dem Baustellenverkehr bewertet und in Massnahmenprinzipien übersetzt werden.
FAQ
Häufige Fragen zur Mobilitätsanalyse
Was kostet eine Mobilitätsanalyse?
Das hängt von der Grösse des Gebiets, der Fragestellung, den vorhandenen Grundlagen und der gewünschten Tiefe ab. Nach einem kurzen Erstgespräch erhalten Sie eine Offerte mit klar abgegrenztem Leistungsumfang – ohne versteckte Zusatzaufwände.
Wie lange dauert eine Mobilitätsanalyse?
Eine kompakte Analyse für ein einzelnes Areal lässt sich in wenigen Wochen erarbeiten. Umfangreichere Untersuchungen mit mehreren Abstimmungsrunden, Workshops oder Mitwirkung dauern entsprechend länger. Der Zeitplan wird zu Beginn gemeinsam festgelegt.
Was ist der Unterschied zwischen Mobilitätsanalyse und Mobilitätskonzept?
Die Mobilitätsanalyse beschreibt und bewertet den Bestand: Was funktioniert, was nicht, und warum? Das Mobilitätskonzept baut darauf auf und formuliert ein Zielbild mit Netzlogik, Prioritäten und Massnahmenrichtungen. Beides kann einzeln oder kombiniert beauftragt werden.
Braucht eine Überbauung ein Mobilitätskonzept?
Je nach Gemeinde und Projekt kann ein Mobilitätskonzept verlangt oder sinnvoll sein – etwa wenn weniger Parkplätze erstellt werden sollen als üblich oder ein Areal autoarm geplant wird. Ob und in welcher Form, hängt vom kommunalen Baureglement und der Praxis der Bewilligungsbehörde ab. Ich unterstütze bei der Erarbeitung der räumlichen Grundlagen; die verbindlichen Anforderungen klären Sie am besten frühzeitig mit der Gemeinde.
Arbeiten Sie nur in der Region Bern?
Nein. STADTSINN hat seinen Sitz in der Region Bern und ist schweizweit tätig. Begehungen vor Ort gehören zu jeder Analyse dazu – die Anreise ist deshalb Teil der Offerte.
Zusammenarbeit
Kontakt
Für Analysen, Konzeptbausteine und planerische Unterstützung bin ich in der Region Bern und schweizweit verfügbar.