Leistung · Konzepte

Räumliche Konzepte für Raumplanung und Stadtplanung in der Region Bern

Ein räumliches Konzept übersetzt Ziele in eine klare räumliche Ordnung: Wo soll sich etwas entwickeln, was soll erhalten bleiben, wie hängen die Teile zusammen? Es schafft eine gemeinsame Grundlage für Planung, Abstimmung und politische Entscheide.

  • Leitbild
  • Strategiekarte
  • Handlungsfelder
  • Massnahmen
  • Abstimmung

Was?

Was ist ein räumliches Konzept?

Räumliche Konzepte stehen zwischen Analyse und formeller Planung. Sie sind weniger detailliert als ein Nutzungsplan, aber deutlich konkreter als ein allgemeines Leitbild. Typische Formen sind räumliche Entwicklungskonzepte, Leitbilder mit Strategiekarte, Freiraumkonzepte, Mobilitäts- und Netzkonzepte sowie integrierte Stadt- oder Ortsentwicklungskonzepte.

Ihr Wert liegt in der Übersicht: Sie bündeln Themen, die sonst getrennt bearbeitet werden – Siedlung, Verkehr, Freiraum, Klima, Versorgung – und zeigen, wie sie räumlich zusammenwirken. So werden Zielkonflikte sichtbar, bevor sie in Einzelprojekten zum Problem werden.

Für Gemeinden sind räumliche Konzepte oft eine wichtige Vorstufe zur Ortsplanungsrevision oder zum kommunalen Richtplan. Für Planungsbüros und Projektentwicklungen bilden sie eine strukturierte Grundlage für Varianten, Programme und die Abstimmung mit Behörden.

Wieso?

Wieso ein räumliches Konzept hilft

Gemeinden müssen viele Aufgaben gleichzeitig lösen: Wohnraum, Verkehr, Klimaanpassung, Ortszentrum, Schulraum. Werden sie einzeln behandelt, entstehen Widersprüche – etwa wenn eine neue Siedlung Verkehr in ein Zentrum lenkt, das man eigentlich beruhigen möchte.

Ein räumliches Konzept bringt diese Themen in eine gemeinsame Logik. Es zeigt, wie Massnahmen zusammenwirken, und hilft, Prioritäten zu setzen. So entsteht ein Fahrplan, auf den sich Behörden, Politik und Bevölkerung beziehen können.

  • Widersprüche zwischen Einzelprojekten werden früh sichtbar.
  • Synergien werden genutzt: eine Massnahme, mehrere Ziele.
  • Die Gemeinde erhält eine Orientierung für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre.

Wozu?

Mögliche Ziele eines räumlichen Konzepts

Orientierung geben

Eine klare räumliche Richtung formulieren, an der sich Projekte und Entscheide der nächsten Jahre messen lassen.

Themen verknüpfen

Siedlung, Mobilität, Freiraum, Klima und Versorgung nicht nebeneinander, sondern im Zusammenhang betrachten.

Prioritäten setzen

Fokusräume und Massnahmen bestimmen, bei denen der Nutzen am grössten ist.

Abstimmung erleichtern

Fachstellen, Politik und Bevölkerung eine gemeinsame, verständliche Diskussionsgrundlage geben.

Instrumente vorbereiten

Inhalte für Richtplan, Ortsplanungsrevision, Überbauungsordnung oder Wettbewerb vorstrukturieren.

Langfristig denken

Entwicklungen über mehrere Jahre und Etappen planbar machen, ohne sich zu früh im Detail festzulegen.

Wofür?

Wofür lassen sich räumliche Konzepte nutzen?

  • für kommunale räumliche Entwicklungskonzepte und Leitbilder
  • zur Vorbereitung von Ortsplanungsrevisionen und kommunalen Richtplänen
  • für integrierte Stadt- und Ortsentwicklungskonzepte
  • für Freiraum- und Grünraumkonzepte
  • für Mobilitäts- und Netzkonzepte im Fuss- und Veloverkehr
  • als strukturierte Grundlage für Workshops, Kommissionen und Gemeinderat
  • Gemeinden
  • Ortsplanung
  • Richtplan
  • Freiraum
  • Leitbild

Was finde ich heraus?

Was ein räumliches Konzept klärt – und was nicht

Räumliche Konzepte sind informelle Instrumente: nicht rechtsverbindlich, aber oft entscheidend, weil sie die Richtung für die formellen Pläne vorgeben.

Das leistet das Konzept

  • ein Zielbild mit Leitsätzen
  • Strategiekarten für den Gesamtraum und für Fokusräume
  • Handlungsfelder und Querschnittsthemen
  • räumlich konkrete Strategien für ausgewählte Teilräume
  • Massnahmenrichtungen und Prioritäten
  • eine Grundlage für die nächsten formellen Planungsschritte

Das leistet es nicht

  • keine grundeigentümerverbindliche Wirkung – diese entsteht erst in der Nutzungsplanung
  • keine Finanz- oder Investitionsplanung
  • keine Detailprojekte für einzelne Massnahmen
  • keinen Ersatz für politische Entscheide und formelle Verfahren
  • keine Fachgutachten zu Lärm, Umwelt oder Naturgefahren

Wie?

Vom Bestand zur Strategiekarte

1

Ausgangslage analysieren

Stadtgestalt, Wohnen, Mobilität, Freiraum, Klima und Versorgung werden räumlich untersucht.

2

Synthese bilden

Synthesekarten und eine SWOT verdichten die Befunde zu strategischen Aufgaben.

3

Leitbild und Handlungsfelder

Ein Leitbild formuliert die Richtung, Handlungsfelder und Querschnittsthemen geben ihr Struktur.

4

Strategien verorten

Strategiekarten und Massnahmen zeigen, wo und wie das Leitbild konkret umgesetzt werden kann.

Was erhalte ich?

Was Sie erhalten

  • einen Bericht mit Analyse, Synthese und Leitbild
  • eine Strategiekarte für den Gesamtraum
  • Strategiekarten und Steckbriefe für die Fokusräume
  • Handlungsfelder, Querschnittsthemen und priorisierte Massnahmen
  • verständliche Unterlagen für Gemeinderat, Kommissionen und Mitwirkung

Weiter nutzen

Wie das Konzept weiter genutzt wird

Ein räumliches Konzept wirkt vor allem dadurch, dass es in weitere Instrumente einfliesst:

  • als Grundlage für den kommunalen Richtplan und die Ortsplanungsrevision
  • zur Priorisierung von Projekten in Legislatur-, Budget- und Investitionsplanung
  • als Diskussionsgrundlage für Mitwirkung, Kommissionen und Gemeinderat
  • als Rahmen für Wettbewerbe und Arealentwicklungen in den Fokusräumen
  • als Massstab, an dem spätere Projekte gemessen werden können
  • Richtplan
  • Wettbewerb
  • Gemeinderat
  • Mitwirkung
  • Monitoring

Nächste Schritte

Was nach dem räumlichen Konzept folgt

Vom Konzept zur Umsetzung führen mehrere Schritte:

1

Analyse und Synthese

Der Bestand wird untersucht und verdichtet – zum Beispiel mit einer Quartiersanalyse.

2

Leitbild und Strategiekarte

Ziele, Handlungsfelder und Fokusräume werden räumlich festgelegt.

3

Formelle Planung

Richtplan, Nutzungsplanung und Überbauungsordnungen machen die Inhalte verbindlich.

4

Umsetzungsprojekte

Einzelne Massnahmen werden als Projekte entwickelt, etwa als Arealentwicklung oder mit einer Mobilitätsanalyse.

Strategiekarte Gesamtraum Ratzeburg

Projektbeispiel · Ratzeburg (D)

Vom Leitbild zur Strategiekarte: ISEK Ratzeburg

Ein gesamtstädtisches Leitbild, fünf Handlungsfelder, vier Querschnittsthemen und Strategien für drei Fokusräume – zusammengeführt in einer Strategiekarte für den Gesamtraum.

Projekt ansehen

Rahmen

Raumplanung in der Schweiz: vom Konzept zur verbindlichen Planung

Die Raumplanung in der Schweiz ist auf drei Ebenen organisiert: Bund, Kantone und Gemeinden. Die kantonalen Richtpläne sind behördenverbindlich. Die kommunale Nutzungsplanung mit Zonenplan, Baureglement und Überbauungsordnungen ist grundeigentümerverbindlich.

Räumliche Konzepte ergänzen diese formellen Instrumente. Sie werden nicht in einem gesetzlich geregelten Verfahren erlassen, geben aber die inhaltliche Richtung vor: Was eine Gemeinde in einem Konzept klärt, fliesst später in Richtplan und Nutzungsplanung ein.

Im Kanton Bern ist die Ortsplanung Sache der Gemeinden. Ein räumliches Konzept hilft, vor einer Revision die Ziele zu klären, Prioritäten festzulegen und die öffentliche Mitwirkung gut vorzubereiten.

FAQ

Häufige Fragen zu räumlichen Konzepten

Was ist der Unterschied zwischen Leitbild, räumlichem Konzept und Richtplan?

Ein Leitbild formuliert Ziele und Werte, oft ohne räumliche Festlegung. Ein räumliches Konzept verortet diese Ziele in Karten und Strategien. Ein Richtplan ist ein formelles, behördenverbindliches Instrument, das in einem geregelten Verfahren erlassen wird.

Wie verbindlich ist ein räumliches Konzept?

Rechtlich ist es nicht verbindlich. Es gewinnt aber Gewicht, wenn es vom Gemeinderat beschlossen wird und als Grundlage für Richtplan und Ortsplanung dient.

Wie aufwendig ist ein räumliches Konzept?

Das hängt von der Grösse des Gebiets, der Zahl der Themen und dem Umfang der Beteiligung ab. Ein fokussiertes Konzept für einen Ortsteil ist deutlich schlanker als ein gesamtstädtisches Konzept. Der Umfang wird zu Beginn klar abgegrenzt.

Können bestehende Grundlagen verwendet werden?

Ja, unbedingt. Vorhandene Studien, Inventare und Pläne werden ausgewertet und eingebunden. Das spart Aufwand und sorgt dafür, dass das Konzept an bisherige Arbeiten anknüpft.

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